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Bildergalerie 2004

Exkursion zum Jagdgeschwader 71 "Richthofen"
       
Unsere Kameraden Hans Bischof, Gerd Blübaum, Stefan Keine, Heinz Kriegel, Mario Wollny, Dieter Stuckmann (alle RK 19) und Klaus Kuletzki von der RK Harsewinkel starteten am Donnerstag, den 24.06.2004 zu einem Truppenbesuch ins schöne Ostfriesland. Allen Kameraden, die sich zu diesem Truppenbesuch gemeldet hatten, aber aus verschiedenen Gründen nicht teilnahmen, sei gesagt: Männer, Ihr habt was verpasst! Die Fahrt führte nach Wittmund zum Jagdgeschwader 71 „Richthofen“, wo wir Unterkunft bezogen und uns anschließend in der UHG bei Speis und Trank von der Anfahrt erholen konnten.

Der „Rote Baron“ dürfte wohl allen von der Fliegerei Begeisterten bekannt sein. Er starb am 21. 04.1918 durch Beschuss vom Boden aus an der Somme und wurde am nächsten Tag von seinen Gegnern mit militärische Ehren bestattet. Ein Foto des Grabes wurde am 23.04.1918 von englischen Fliegern abgeworfen.

Das Geschwader besteht jetzt 40 Jahre! Es wurde am 06.06.1959 durch den damaligen Inspekteur der Luftwaffe GenLt Kammhuber in Ahlhorn in Dienst gestellt. Man flog noch die F86 Sabre MK6. Major Erich „Bubi“ Hartmann, der erfolgreichste Jagdflieger aller Zeiten, war der 1. Kommodore des JG71, das am 21.04.1961, dem 43 Todestag Manfred von Richthofens, durch Bundespräsident Heinrich Lübke den Namen „Geschwader Richthofen“ erhielt. Anfang Mai 1963 wurde das JG71 als 1. Jagdstaffel mit der F104 G Starfighter ausgerüstet. Im Dezember 1968 erreichte das JG71 die magische Grenze von 10.000 Flugstunden auf der F104. Am 31.08.1973 landeten die ersten F-4 F „Phantom“ in Wittmund. Diese Maschine wird heute noch geflogen. Ein Beweis für die Qualität der Maschine und selbstverständlich für ihr Wartungspersonal ist die Tatsache, dass es seit 1988 keinen Flugunfall im JG71 gegeben hat!

Der Freitag begann mit einem ausgedehnten Frühstück (Ohne Mampf kein Kampf!). Danach wurden wir vom OStFw Herbert Niemeier, seine Zeichens Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit im JG71, begrüßt, der uns zunächst in das Besuchprogramm einweihte und uns in einem 20-minütigen Video das Geschwader vorstellte. Ein anschließender Besuch in der am 17. Januar 2002 eröffneten Militärgeschichtlichen Sammlung des JG71 schloss sich an. Diese Ausstellung wurde damals als Pilotprojekt der Bundeswehr eröffnet. Für „Stucki“ war es eine Reise in seine militärische Vergangenheit. Besonders zeigte er sich von der Tafel mit den Bildern der Piloten berührt, die im Laufe der Geschwadergeschichte den Fliegertod starben, erkannte er doch immerhin 14 Kameraden wieder, mit denen er während seiner Dienstzeit im JG71 zusammen gearbeitet hatte.

Anschließend ging es zur Basis, die auf dem Gelände des ehemaligen Kaiserlichen Luftschifflandeplatzes Witmundhaven liegt. Schon 1911 in Betrieb genommen, ist der Platz reich an tragischen Unfällen. So landete z.B. am 07.11.1916 das 1. Marineluftschiff LZ 60 und wurde vertäut. Ein in der Nacht ausbrechender Orkan ließ die Trossen brechen und LZ 60 verschwand auf Nimmerwiedersehen in der Nordsee. LZ 64 wurde nach 81 Feindfahrten (Luftschiffe fliegen nicht, sie FAHREN!) über Terschelling abgeschossen. LZ 88 wurde bei der Landung so schwer beschädigt, dass es abgewrackt werden musste.

Nach der Auflösung und Wiederinbetriebnahme durch die Wehrmacht waren im steten Wechsel HE 111 Bomber, Messerschmitt BF 110 Nachtjäger, die Erprobungsgruppe 25 sowie Messerschmitt ME 163 Raketenjäger in Witmundhaven stationiert. Am 21. 03.1945 wurde der Platz so schwer gebombt, dass er aufgegeben werden musste. Erst Ende der 50er Jahre wurde mit dem Aufbau des heutigen Platzes begonnen.

Wir hatten bis zum Mittag ein umfangreiches Besuchprogramm zu bewältigen, das leider durch die etwas erhöhte Luftfeuchtigkeit (die Sonne schien in dicksten Tropfen) etwas beeinträchtigt wurde. So konnten wir eine Sammlung historischer Flugzeuge besichtigen: eine F86 der damaligen 1. Staffel im Originalzustand, eine F104 der 2. Staffel sowie eine Me109, restauriert von den militärischen und technischen Mitarbeitern des Geschwaders.

Der Besuch der Flugbetriebsstaffel bei der Platzkontrollstelle (Tower) gab uns einen Einblick in den stressreichen Beruf der Fluglotsen, welche den zivilen und militärischen Flugverkehr innerhalb der den Flugplatz umgebende Kontrollzone sicherstellen, die ihrerseits eng mit der Anflugkontrollstelle (RADAR) zusammenarbeitet, welches wir anschließend besuchen durften. Normalerweise ein abgeschotteter Bereich, wurde für uns eine Ausnahme gemacht. Beeindruckend das rollende Gerät der Flugplatzfeuerwehr.

Daß ein Flugplatz nicht nur aus dem Fliegenden Personal besteht, wurde uns schnell klar, als uns die von uns nicht besuchten Teileinheiten vorgestellt wurden: Stab, S3 Standort- und Kaserneneinheiten, Unterstützungspersonal Standortältester, Stab Fliegende Gruppe, Flugbetriebsstaffel, Geophysikalische Beratungsstelle, Stab technische Gruppe, Nachschub- und Transportgruppe, Instandsetzungsstaffel, Elektronik- und Waffenstaffel, Wartungsstaffel (Stuckis alte Heimat, er fand sogar seine alte Stube und Werkstatt wieder), eine Ausbildungswerkstatt und last but not least die (zivile) 713. Staffel, welche mit ihren A4 „Skyhawk“ die Schleppziele (Darts) für Schießübungen mit scharfen Schuß zur Verfügung stellt.

Am Nachmittag stand ein kurzer Besuch in Wilhelmshaven, Generationen von Soldaten in der „Kalten Heimat“ als „Schlicktown“ bekannt, auf dem Programm. Wir besichtigten das Marinemuseum, wobei die schlanken Kameraden sich durch das dort ausgestellte U-Boot U110 zwängen konnten. Die etwas Älteren mussten aufgrund ihrer in Jahrzehnten erworbenen Leibesfülle leider darauf verzichten.

Ein gemütlicher Abend In der OHG mit ausgiebig Fußball und Diskussionen über das Gesehene beendete einen ereignisreichen Tag.

Nach der Verabschiedung von unseren Gastgebern ging es am Samstag noch einmal Richtung Schlicktown, wo wir Binnenländler uns im Bereich der Marineanlagen trotz Karte so verfranzten, dass wir erst mit 20minütiger Verspätung an unserem letzten Ziel, der Fregatte „Bayern“, eintrafen. Hier war unsere geringe Personenzahl von Nutzen, denn anstatt der geplanten 1,5 Stunden waren wir 4! Stunden auf dem Schiff, hervorragend geführt vom Wachoffizier (kommt aus Schildesche, einem Stadtteil von Bielefeld, das mußte ja hinhauen!)

Die Fregatten der Brandenburg-Klasse 123 sind für die Hauptaufgabe Ubootjagd vorgesehen. Dieser speziellen Aufgabe dient in erster Linie der Bordhubschrauber „SEA LYNKS“, von dem zwei an Bord sind. Neben der U-Jagd besitzt die Bayern die Fähigkeit zur Abwehr von Luftzielen im Eigenschutz und zur Seezielbekämpfung. Das Schiff hat eine Verdrängung von 4875 ts, eine Länge von 138 m, eine Breite von 16 m und einen Tiefgang von 6 m. Die Höhe beträgt 32 m, es fährt mit 32 Kts und hat eine Besatzung von ca. 250 Soldaten.

Für uns Binnenländler war es faszinierend zu erleben, wie hier auf engem Raum eine solche Vielzahl von Einzelfunktionen untergebracht sind, die in ihrer Gesamtheit erst das Waffensystem ausmachen. Ohne die besorgte Führung durch den Wachoffizier und die geringe Stärke unserer Gruppe hätten wir uns schon nach kurzer Zeit hoffnungslos verirrt und laut um Hilfe gerufen! Wir haben nicht einmal bemerkt, dass durch die eingetretene Ebbe das Schiff fast (Fast ist nicht Gans, und Gans keine Ente) auf Grund lag. Allein die Vorstellung, auf der Brücke 16 m hoch über dem Wasser einen kleinen Sturm zu erleben, ließ einige von uns (in Gedanken) grün um die Nase werden.

Der Rückweg gab uns noch die Gelegenheit, das Erlebte nachzubereiten. Wir waren uns alle einig: Es hatte sich gelohnt!!!

Unser Dank gilt den aktiven Kameraden, die auch unsere dümmsten Fragen mit einer wahren Engelsgeduld beantwortet haben.

         
Militärhistorische Ausstellung
"Martin Baker" Schleudersitz F104
Phantom F4 der Elowa-Staffel

       
F104 G der 2. Staffel
Restaurierte ME109
F86 Sabre MK VI der 1. Staffel

       
Gemälde in der Sammlung "Historische Flugzeuge" des JG71
Sonderausstellung im Marinemuseum Wilhelmshafen: "Geschichte des Eisernen Kreuzes"
Kaiserstandarte im Marinemuseum

       
Modell eines Zerstörers
Etwas größeres Modell...