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Vertrag über die Europäische Union |
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D. Der Zweite und der Dritte Teil werden unter folgender Überschrift zusammengefaßt:
"DRITTER TEIL
DIE POLITIKEN DER GEMEINSCHAFT"
und in diesem Teil gilt folgendes:
10. In Artikel 49 erhält der einleitende Teil folgende Fassung:
"Unmittelbar nach Inkrafttreten dieses Vertrags trifft der Rat gemäß dem Verfahren des Artikels 189 b und nach Anhörung des Wirtschafts- und Sozialausschusses durch Richtlinien oder Verordnungen alle erforderlichen Maßnahmen, um die Freizügigkeit der Arbeitnehmer im Sinne des Artikel 48 fortschreitend herzustellen, insbesondere"
11. Artikel 54 Absatz 2 erhält folgende Fassung:
"(2) Der Rat erläßt gemäß dem Verfahren des Artikels 189 b und nach Anhörung des Wirtschafts- und Sozialausschusses Richtlinien zur Verwirklichung des allgemeinen Programms oder - falls ein solches nicht besteht - zur Durchführung einer Stufe der Niederlassungsfreiheit für eine bestimmte Tätigkeit."
12. Artikel 56 Absatz 2 erhält folgende Fassung:
"(2) Vor dem Ende der Übergangszeit erläßt der Rat einstimmig auf Vorschlag der Kommission und nach Anhörung des Europäischen Parlaments Richtlinien für die Koordinierung dieser Rechts- und Verwaltungsvorschriften. Hinsichtlich der Koordinierung der Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten erläßt er jedoch die Richtlinien nach dem Ende der zweiten Stufe gemäß dem Verfahren des Artikels 189 b."
13. Artikel 57 erhält folgende Fassung:
"Artikel 57
(1) Um die Aufnahme und Ausübung selbständiger Tätigkeiten
zu erleichtern, erläßt der Rat nach dem Verfahren des Artikels
189 b Richtlinien für die gegenseitige Anerkennung der Diplome, Prüfungszeugnisse
und sonstigen Befähigungsnachweise.
(2) Zu dem gleichen Zweck erläßt der Rat vor dem Ende der Übergangszeit
Richtlinien zur Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der
Mitgliedstaaten über die Aufnahme und Ausübung selbständiger
Tätigkeiten. Der Rat beschließt einstimmig auf Vorschlag der Kommission
und nach Anhörung des Europäischen Parlaments über Richtlinien,
deren Durchführung in mindestens einem Mitgliedstaat eine Änderung
bestehender gesetzlicher Grundsätze der Berufsordnung hinsichtlich der
Ausbildung und der Bedingungen für den Zugang natürlicher Personen
zum Beruf umfaßt. Im übrigen beschließt der Rat nach dem
Verfahren des Artikels 189 b.
(3) Die schrittweise Aufhebung der Beschränkungen für die ärztlichen,
arztähnlichen und pharmazeutischen Berufe setzt die Koordinierung der
Bedingungen für die Ausübung dieser Berufe in den einzelnen Mitgliedstaaten
voraus."
14. Im bisherigen Zweiten Teil Titel III erhält die Überschrift des Kapitels 4 folgende Fassung:
"Kapitel 4
Der Kapital- und Zahlungsverkehr"
15. Folgende Artikel werden eingefügt:
"Artikel 73 a
Mit Wirkung vom 1. Januar 1994 werden die Artikel 67 bis 73 durch die Artikel
73 b bis 73 g ersetzt.
Artikel 73 b
(1) Im Rahmen der Bestimmungen dieses Kapitels sind alle Beschränkungen
des Kapitalverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten sowie zwischen den Mitgliedstaaten
und dritten Ländern verboten.
(2) Im Rahmen der Bestimmungen dieses Kapitels sind alle Beschränkungen
des Zahlungsverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten sowie zwischen den Mitgliedstaaten
und dritten Ländern verboten.
Artikel 73 c
(1) Artikel 73 b berührt nicht die Anwendung derjenigen Beschränkungen
auf dritte Länder, die am 31. Dezember 1993 aufgrund einzelstaatlicher
oder gemeinschaftlicher Rechtsvorschriften für den Kapitalverkehr mit
dritten Ländern im Zusammenhang mit Direktinvestitionen einschließlich
Anlagen in Immobilien, mit der Niederlassung, der Erbringung von Finanzdienstleistungen
oder der Zulassung von Wertpapieren zu den Kapitalmärkten bestehen.
(2) Unbeschadet der anderen Kapitel dieses Vertrags sowie seiner Bemühungen
um eine möglichst weitgehende Verwirklichung des Zieles eines freien
Kapitalverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten und dritten Ländern kann
der Rat auf Vorschlag der Kommission mit qualifizierter Mehrheit Maßnahmen
für den Kapitalverkehr mit dritten Ländern im Zusammenhang mit Direktinvestitionen
einschließlich Anlagen in Immobilien, mit der Niederlassung, der Erbringung
von Finanzdienstleistungen oder der Zulassung von Wertpapieren zu den Kapitalmärkten
beschließen. Maßnahmen nach diesem Absatz, die im Rahmen des Gemeinschaftsrechts
für die Liberalisierung des Kapitalverkehrs mit dritten Ländern
einen Rückschritt darstellen, bedürfen der Einstimmigkeit.
Artikel 73 d
(1) Artikel 73 b berührt nicht das Recht der Mitgliedstaaten,
a) die einschlägigen Vorschriften ihres Steuerrechts anzuwenden, die
Steuerpflichtige mit unterschiedlichem Wohnort oder Kapitalanlageort unterschiedlich
behandeln,
b) die unerläßlichen Maßnahmen zu treffen, um Zuwiderhandlungen
gegen innerstaatliche Rechts- und Verwaltungsvorschriften, insbesondere auf
dem Gebiet des Steuerrechts und der Aufsicht über Finanzinstitute, zu
verhindern, sowie Meldeverfahren für den Kapitalverkehr zwecks administrativer
oder statistischer Information vorzusehen oder Maßnahmen zu ergreifen,
die aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit gerechtfertigt
sind.
(2) Dieses Kapitel berührt nicht die Anwendbarkeit von Beschränkungen
des Niederlassungsrechts, die mit diesem Vertrag vereinbar sind.
(3) Die in den Absätzen 1 und 2 genannten Maßnahmen und Verfahren
dürfen weder ein Mittel zur willkürlichen Diskriminierung noch eine
verschleierte Beschränkung des freien Kapital- und Zahlungsverkehrs im
Sinne des Artikels 73 b darstellen.
Artikel 73 e
Abweichend von Artikel 73 b können die Mitgliedstaaten, für die
am 31. Dezember 1993 eine Ausnahmeregelung aufgrund des bestehenden Gemeinschaftsrechts
gilt, Beschränkungen des Kapitalverkehrs aufgrund der zu dem genannten
Zeitpunkt bestehenden Ausnahmeregelungen längstens bis 31. Dezember 1995
beibehalten.
Artikel 73 f
Falls Kapitalbewegungen nach oder aus dritten Ländern unter außergewöhnlichen
Umständen das Funktionieren der Wirtschafts- und Währungsunion schwerwiegend
stören oder zu stören drohen, kann der Rat mit qualifizierter Mehrheit
auf Vorschlag der Kommission und nach Anhörung der EZB gegenüber
dritten Ländern Schutzmaßnahmen mit einer Geltungsdauer von höchstens
sechs Monaten treffen, wenn diese unbedingt erforderlich sind.
Artikel 73 g
(1) Falls ein Tätigwerden der Gemeinschaft in den in Artikel 228 a vorgesehenen
Fällen für erforderlich erachtet wird, kann der Rat nach dem Verfahren
des Artikels 228 a die notwendigen Sofortmaßnahmen auf dem Gebiet des
Kapital- und Zahlungsverkehrs mit den betroffenen dritten Ländern ergreifen.
(2) Solange der Rat keine Maßnahmen nach Absatz 1 ergriffen hat, kann
jeder Mitgliedstaat unbeschadet des Artikels 224 bei Vorliegen schwerwiegender
politischer Umstände aus Gründen der Dringlichkeit gegenüber
dritten Ländern einseitige Maßnahmen auf dem Gebiet des Kapital-
und Zahlungsverkehrs treffen. Die Kommission und die anderen Mitgliedstaaten
sind über diese Maßnahmen spätestens bei deren Inkrafttreten
zu unterrichten.
Der Rat kann mit qualifizierter Mehrheit auf Vorschlag der Kommission entscheiden,
daß der betreffende Mitgliedstaat diese Maßnahmen zu ändern
oder aufzuheben hat. Der Präsident des Rates unterrichtet das Europäische
Parlament über die betreffenden Entscheidungen des Rates.
Artikel 73 h
Bis zum 1. Januar 1994 gelten folgende Bestimmungen:
1. Jeder Mitgliedstaat verpflichtet sich, in der Währung des Mitgliedstaats,
in dem der Gläubiger oder der Begünstigte ansässig ist, die
Zahlungen zu genehmigen, die sich auf den Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr
beziehen, sowie den Transfer von Kapitalbeträgen und Arbeitsentgelten
zu gestatten, soweit der Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Personenverkehr
zwischen den Mitgliedstaaten nach diesem Vertrag liberalisiert ist.
Die Mitgliedstaaten sind bereit, über die in vorstehendem Unterabsatz
vorgesehene Liberalisierung des Zahlungsverkehrs hinauszugehen, soweit ihre
Wirtschaftslage im allgemeinen und der Stand ihrer Zahlungsbilanz im besonderen
dies zulassen.
2. Soweit der Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr nur durch Beschränkungen
der diesbezüglichen Zahlungen begrenzt ist, werden diese Beschränkungen
durch entsprechende Anwendung dieses Kapitels und der Kapitel über die
Beseitigung der mengenmäßigen Beschränkungen und die Liberalisierung
der Dienstleistungen schrittweise beseitigt.
3. Die Mitgliedstaaten führen untereinander keine neuen Beschränkungen
für die Transferierung ein, die sich auf die in der Liste des Anhangs
III zu diesem Vertrag aufgeführten unsichtbaren Transaktionen beziehen.
Die bestehenden Beschränkungen werden gemäß den Artikeln 63
bis 65 schrittweise beseitigt, soweit hierfür nicht die Nummern 1 und
2 oder die sonstigen Bestimmungen dieses Kapitels maßgebend sind.
4. Im Bedarfsfall verständigen sich die Mitgliedstaaten über die
Maßnahmen, die zur Gewährleistung der in diesem Artikel vorgesehenen
Zahlungen und Transferierungen zu treffen sind; diese Maßnahmen dürfen
die in diesem Vertrag genannten Ziele nicht beeinträchtigen."
16. Artikel 75 erhält folgende Fassung:
"Artikel 75
(1) Zur Durchführung des Artikels 74 wird der Rat unter Berücksichtigung
der Besonderheiten des Verkehrs gemäß dem Verfahren des Artikels
189 c und nach Anhörung des Wirtschafts- und Sozialausschusses
a) für den internationalen Verkehr aus oder nach dem Hoheitsgebiet eines
Mitgliedstaats oder für den Durchgangsverkehr durch das Hoheitsgebiet
eines oder mehrerer Mitgliedstaaten gemeinsame Regeln aufstellen;
b) für die Zulassung von Verkehrsunternehmern zum Verkehr innerhalb eines
Mitgliedstaats, in dem sie nicht ansässig sind, die Bedingungen festlegen;
c) Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit erlassen;
d) alle sonstigen zweckdienlichen Vorschriften erlassen.
(2) Die in Absatz 1 Buchstaben a und b genannten Vorschriften werden im Laufe
der Übergangszeit erlassen.
(3) Abweichend von dem in Absatz 1 vorgesehenen Verfahren werden die Vorschriften
über die Grundsätze der Verkehrsordnung, deren Anwendung die Lebenshaltung
und die Beschäftigungslage in bestimmten Gebieten sowie den Betrieb der
Verkehrs- einrichtungen ernstlich beeinträchtigen könnte, vom Rat
auf Vorschlag der Kommission und nach Anhörung des Europäischen
Parlaments und des Wirtschafts- und Sozialausschusses einstimmig erlassen;
dabei berücksichtigt er die Notwendigkeit einer Anpassung an die sich
aus der Errichtung des Gemeinsamen Marktes ergebende wirtschaftliche Entwicklung."
17. Im bisherigen Dritten Teil wird "Titel I - Gemeinsame Regeln" durch folgenden Wortlaut ersetzt:
"TITEL V
GEMEINSAME REGELN BETREFFEND WETTBEWERB, STEUERFRAGEN UND ANGLEICHUNG DER
RECHTSVORSCHRIFTEN"
18. In Artikel 92 Absatz 3
- wird folgender Buchstabe eingefügt:
"d) Beihilfen zur Förderung der Kultur und der Erhaltung des kulturellen
Erbes, soweit sie die Handels- und Wettbewerbsbedingungen in der Gemeinschaft
nicht in einem Maß beeinträchtigen, das dem gemeinsamen Interesse
zuwiderläuft;"
- wird der bisherige Buchstabe d Buchstabe e.
19. Artikel 94 erhält folgende Fassung:
"Artikel 94
Der Rat kann auf Vorschlag der Kommission und nach Anhörung des Europäischen
Parlaments mit qualifizierter Mehrheit alle zweckdienlichen Durchführungsverordnungen
zu den Artikeln 92 und 93 erlassen und insbesondere die Bedingungen für
die Anwendung des Artikels 93 Absatz 3 sowie diejenigen Arten von Beihilfen
festlegen, die von diesem Verfahren ausgenommen sind."