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Survivalhandbuch der RK 19 Bielefeld-Mitte

8. Messer

Ein Messer ist ein unverzichtbares Ausrüstungsstück in einer Survivalsituation, aber bedenke, dass Messer zu den Waffen gerechnet werden und bei Flügen dem Bordpersonal zur Aufbewahrung zu übergeben sind.

Nun sei mal angenommen, du hast dein heissgeliebtes Schätzchen trotz aller Widrigkeiten gerettet und bist urplötzlich dort, wo du niemals sein wolltest (nette Menschen wollen dir ans Leder!) Dann heisst es: zeige niemals ein Messer in einer Spannungssituation oder fuchtel damit unbeholfen herum: du hast es schneller zwischen den Rippen als du denkst! Wenn du dein Messer in einer Survivalsituation gegen Menschen zücken musst, mach dir klar, dass du es dann auch benutzen musst! So schnell und so konsequent wie möglich, sonst hast du die Schwarze Essensmarke! Garantiert!

Wähle das Messer sorgfältig aus. Der Griff soll aus einem Holzstück sein; vernietete Holz-und Kunststoff-Griffe verursachen Blasen, oder brechen leicht. Das Messer sollte durch einen Riemen gegen Herausfallen aus der Scheide gesichert sein.

Klappmesser vs feststehende Klinge.

Die Wahl ist wie überall abhängig vom Einsatz. Ein Klappmesser ist platzsparend und passt in die Hosentasche. Allerdings bedarf der Mechanismus einer sorgfältigen Pflege.

Die Klingenlänge liegt je nach Messer zwischen 3 cm – 11 cm.

Messer mit feststehender Klinge tragen am Gürtel dick auf, stören beim Sitzen und  Liegen (vom Messer trennt man sich nie), und wenn man eines im Rucksack hat, weiß man nie, wohin damit. Dafür sind diese Messer zuverlässig und stabil.

Klingenformen.

Die bekannteste ist die Bowie-Klinge.

Der Dolch, als einzige beidseitig angeschliffene Klinge, ist für Outdoorzwecke, außer als Speerklinge, ungeeignet. Er gehört wie das Bajonett in den militärischen Bereich zum Töten.

Aus Asien kommen die Tanto-Klinge ebenso wie die Mambaklinge.

Als Haumesser ist die indische Kukri-Form am besten geeignet, da sie durch die Kopflastigkeit gezielte Hiebe erlaubt.

Eine Klinge mit gerader Schneide hat den Nachteil, dass man mit ihr nur auf geraden Flächen schneiden kann.

Der Aufreißhaken ist eigentlich keine Klingenform sondern ein Zusatz, den Jäger zum Aufreißen des Felles von Beutetieren benutzen.

Klingenbeschichtung.

Eine Klingenbeschichtung ist bei „zivilen“ Messern eigentlich unüblich, bei militärischen Messern schon. Die Beschichtung soll Lichtreflexe verhindern. Üblich sind Brünierung, Epoxyd-Beschichtung und Mattierung.

Wichtig ist die Form der Schneide.

Jedes Messer wird irgendwann stumpf und muss geschärft werden. Möchte man ein mäßig scharfes Messer, dass dafür aber lange scharf bleibt, schleift man die Schneide konkav.

Möchte man ein sehr scharfes Messer, dass allerdings nicht lange scharf bleibt, schleift man konvex, also im Hohlschliff.

Schärfe und Schnitthaltigkeit kann man auch über den Schleifwinkel beeinflussen. Je kleiner der Winkel, desto größer die Schärfe und geringer die Schnitthaltigkeit.

Für den Wellenschliff braucht man einen speziellen Schleifstein.

Ein hohler Griff zur Aufnahme von Kleinteilen ist eine feine Sache, aber lass den  Schnickschnack mit dem Kompass auf dem Messer weg: nach ein paar Tagen ist der nämlich Schrott. 

Rostfreie Messer lassen sich schlecht schärfen.

Welche Form du wählst, ist letztendlich dein Privatvergnügen, du musst es ja selbst tragen! Ich persönlich bevorzuge den malaischen Parang allein aus dem Grunde, weil er  3 verschiedene Schneiden hat, aber auch das normale Buschmesser ist ein feines Gerät (und eine fürchterliche Waffe, vergiss das nie!).


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