Fisch enthält Proteine, Vitamine und Fett. Alle Fische unterscheiden sich in der Größe, im Fressverhalten und in der Art der Nahrung, aber allen ist gemeinsam, dass sie sich durch entsprechende Köder anlocken lassen. Angeln im herkömmlichen Sinnen ist nicht immer die wirksamste Methode - das nächtliche Fischen mit einer statischen Angel oder mit dem Netz ist wesentlich wirksamer - aber wenn du viel Zeit hast, lenkt es dich von den täglichen Sorgen etwas ab.
Wichtig für erfolgreiches Fischen ist das Wann und das Wo!
Bei heißem Wetter und niedrigen Wasserstand ziehen sich Fische in tiefere, kühlere Wasserschichten zurück, während sie bei kaltem Wetter gerne flache und wärmere Gewässer aufsuchen. Unter allen Wetterbedingungen findest du Fische unter Steinen und in der Nähe steiler Ufer. Fische in schnell fließenden Flüssen in ruhigen Wasser an Landzungen oder in Tümpeln. Lass deine Leinen über Nacht im Wasser und überprüfe sie in der ersten Morgendämmerung. Wenn sich ein Unwetter anzeigt, fische kurz vorher. Nach heftigen Regen allerdings stehen deine Chancen schlecht.
Durch die Lichtbrechung zwischen der Luft und der Wasseroberfläche können Fische weiter auf das Ufer sehen als du denkst. Setz oder knie dich beim Fischen hin und vermeide, dass dein Schatten auf die Wasseroberfläche fällt. Nähere dich dem Ufer immer mit langsamen leisen Schritten; denn auch kleinste Erschütterungen werden vom Ufer in das Wasser übertragen und verscheuchen die Fische.
Es ist hilfreich, wenn du dir die folgenden Anzeichen einprägst:
Aus dem Wasser springende Fische sind auf der Jagd nach Insekten, ebenso deuten konzentrische Ringe auf der Wasseroberfläche darauf hin.
Wenn viele kleine Fische in kurzen Abständen aus dem Wasser springen, sind sie meistens auf der Flucht vor einem größeren Verfolger.
Die Wahl eines entsprechenden Köders hängt von deiner Ausrüstung, den Umweltbedingungen, der Art des Fisches, den du in der Pfanne sehen möchtest usw ab. Daher gebe ich nur einige allgemeine Hinweise. Fische bevorzugen in erster Linie Beute aus ihrer natürlichen Umgebung, also Beeren von überhängenden Büschen und Insekten, die sich dort aufhalten.
Untersuche daher den Mageninhalt deiner ersten Beute, um genauere Information zu erhalten. Immer angenommen werden Würmer, Insekten, Maden, Fleischabfälle jeder Art, gebrauchte Tampons und blutig-eitrige Pflaster.
Aber auch rote Stoff- oder Plastikfetzen, silbriges Material (Alufolie, Zigarettenfolie), Körner, rote Beeren, Teig- und eingeweichte Brotreste sind als Köder verwendbar.
Bau dir künstliche Köder. Kleine Federn an einem Angelhaken befestigt, ziehen Fische unwiderstehlich an. Oder schnitze aus Haselnussholz einen kleinen Fisch, teile ihn in drei Teile und verbinde diese mit feinen Draht.
Als lebende Köder kannst du Würmer, Maden und Insekten verwenden, die du ohne sie zu töten auf den Angelhaken spießt. Ihre Bewegungen locken die Beute an.
Wenn du bei der Zusammenstellung des Survivalkits sorgfältig warst, hast du einen Satz Angelhaken dabei: Große Haken fangen große Fische, kleine Haken fangen kleine Fische, aber kleine Haken mit Fischen fangen große Fische. Improvisierte Angelhaken sind meist zu klobig, um hier in Europa erfolgreich zu fischen.
Aber auch ohne Angelhaken kannst du arbeiten: Aale und Welse verschlingen nahezu alles, was du ihnen servierst. Binde ein Bündel von Würmern fest an eine Leine und ziehe sie zügig aus dem Wasser, sobald einer angebissen hat.
Oder binde ein beidseitig angespitztes Hartholzstück mittig an eine Leine und wickle den Köder in der Art herum, dass das Holzstück parallel zur Leine liegt. Eine Rute ist nicht unbedingt erforderlich.
Ein oben offener Sack, gefüllt mit Innereien oder Aas und Farnkraut oder Stroh, beschwert mit einem Stein und am Ufer angeleint, lockt Aale an.
Automatisch arbeitende Angeln helfen dir, wenn du wenig Angelschnur bei dir hast. Lege eine mit Angelhaken besetzte Leine schräg im Wasser aus. Das untere Ende wird mit einem Stein beschwert, während das obere Ende fest verankert wird. Diese Angel arbeitet am besten bei Nacht; benutzt du sie am Tage, musst du für regelmäßigen Wechsel der Köder sorgen.
Ein kleines Brett mit einem Segel und einem Stein als Kiel wird an langer Leine aufs Wasser gelassen. An der Unterseite des Brettes werden die Angelhaken befestigt. Durch ein kleines Steuer am Heck kannst du diese Konstruktion auch noch steuern.
Fische unter einer Eisdecke können mit einem Holzkreuz geangelt werden. Der horizontale Arm muss länger als der größte Durchmesser des Eisloches sein! Am oberen Ende des vertikalen Armes befestigst du eine Signalflagge, am unteren Ende deine Angelhaken Die Konstruktion wird flach auf das Eisloch gelegt. Beißt ein Fisch an, wird er durch das Zerren an der Leine die Konstruktion aufrichten und die Signalflagge bewegen! Guten Hunger!
Besonders dann, wenn du die Fische sehen kannst, diese aber nicht auf deine Köder ansprechen, bindest du mehrere Haken an einer starken Rute fest und, und das ist der Trick, etwa 20 cm oberhalb der Verbindungsstelle der Leinen einen lichtreflektierenden Gegenstand. Sobald die Fische den blinkenden Gegenstand untersuchen, ziehe die Angel mit einem schnellen kurzen Ruck aus dem Wasser, wobei die Haken sich in den Fisch bohren. An Stelle der Haken kannst du auch ein kleines mit einem Holzkreuz aufgespanntes Netz verwenden.
Reusen dienen als statische Fischfallen, wenn du längere Zeit an einem Ort verweilen kannst.
Das Fischen mit Netzen wirst du in einem Survivalfall in der Regel vergessen müssen, da die Anfertigung von Netzen sehr zeitaufwendig ist und auch mangels genügender Vorräte an geeigneter Schnur scheitert. Außerdem wird mit Netzen ein Gewässer schnell leergefischt.
Allerdings kannst du dir in flachen Gewässern die Technik der Bewohner der Südsee zu eigen machen, indem du zusammen mit deinen Kameraden ein etwa 1 m hohes Flechtwerk aus Zweigen anfertigst, dessen Länge nur von der Anzahl der Beteiligten abhängt. Diese Konstruktion wird in einem Bogen und mit viel Lärm (aber denke daran, dass du u.U. auf der Flucht bist) von See oder dem Rand eines Teiches aus zum anderen Ufer getrieben.
In kleineren klaren flachen Teichen kannst du von einer beliebigen Seite aus beginnen, den Untergrund auf zu wirbeln und das klare Wasser zu Trüben. Die meisten Fische suchen dann klares Wasser auf.
Leere Plastikflaschen werden halbiert und das obere Ende in den beköderten Boden gesteckt. Gut gegen Abtreiben gesichert dienen sie zumindest als Reuse für Köderfische.
Fischen
Zu Schluß noch ein paar andere Techniken
Große Fische können mit einer starken Schlinge, deren Zugleine an einer starken Rute durch Ösen, durch ein Metallrohr oder einen Bambus läuft, gefangen werden. Bewege die Schlinge langsam und ohne den Fisch zu berühren von hinten bis zu den Kiemen und ziehe sie ruckartig zu.
Eine über das Wasser gehaltene (wasserdichte) Taschenlampe oder eine Fackel locken Fische an.
Bei Tag und bei Nacht lockt ein am Grunde liegender Spiegel ebenfalls die Fische an.
Das Speeren von Fischen bedarf langer Übung, funktioniert aber meistens, wenn du senkrecht über dem Fisch stehst.
Wühle in flachen Teichen den Bodenschlamm auf; die Fische werden dann in klares Wasser ausweichen.
Detonierende Explosivkörper lassen die Schwimmblasen der Fische platzen, sie können dann leicht eingesammelt werden. Allerdings werden zusätzlich noch viele Kleinlebewesen getötet. Tote an der Oberfläche treibende Fische sind, außer du hast selbst dafür gesorgt, in der Regel durch Gifte eingegangen oder nach Bissen von Raubfischen verendet. Laß die Finger davon, dein Magen wird es dir danken.
Auch mit Deiner Schußwaffe kannst du bei einem senkrecht angesetzten Schuß große Fische erlegen. Aber halte auf keinen Fall die Mündung ins Wasser: du wirst sonst nach dem Schuß nicht sehr dekorativ aussehen.