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Survivalhandbuch der RK 19 Bielefeld-Mitte

16. Konservieren von Nahrungsmitteln

Räuchern ist ohne Technik überall möglich. Entweder hängt man das dünn geschnittene fettfreie Räuchergut in den Rauch des Lagerfeuers mit dem Risiko, dass du so ungewollt deinen Standort preisgibst, oder du baust dir einen Räucherofen.

Der einfachste Räucherofen ist eine 50 x 50 x 50 cm tiefe Grube mit senkrechten Wänden, in der ein starkes Feuer entfacht wird. Ist dieses nahezu niedergebrannt, wird die Glut mit einer Schicht altem feuchten Laub, Holz oder Sägespänen bedeckt. Auf einem Rost aus frischen etwa besenstieldicken Ästen legst  du das dünngeschnittene Räuchergut und deckst das Ganze dicht zu. Von der Seite musst du mit einem Stock einen Kamin für die Luftzufuhr bis in die Glut stechen. Nach spätestens einer Stunde sind Fische geräuchert, Fleisch benötigt etwa 15-18 Stunden. Vor dem Essen ggf. salzen.

Eine andere Form des Räucherofens ist das Rauchzelt. Aus drei Stöcken wird ein etwa 80 cm hohes Gerüst gebaut und ca. 30 cm über dem Boden ein Rost aus frischen Ästen befestigt. Das Feuer wird mittig auf Steinen angezündet und bis zur reinen Glut herunter gebrannt.

Zur Raucherzeugung ist Hartholz ideal; Stechpalmenblätter erzeugen giftigen Rauch (Das Thema heißt: Überleben!), Nadelhölzer neigen dazu, sich spontan mit starker Flamme zu entzünden und sehr stark zu rußen. Das Zelt  wird mit nassen Säcken abgedichtet, so dass der Rauch nicht entweichen kann. Hast du keine Säcke oder andere Textilien, dichte das ganze mit nassen Gras ab. Kontrolliere regelmäßig, ob noch genügend Glut und Räuchermaterial vorhanden ist. Nach etwa 18 Stunden sind fettfreie Fleischstreifen von 2,5 cm breite und 5 mm Stärke durchgeräuchert und halten sich monatelang.

Trocknen ist die einfachste Art der Konservierung von Fleisch. Trockenfleisch ist weniger anfällig für Würmer und Maden. (Diese Tierchen sammeln wir getrennt!). Das dünngeschnittene fettfreie Fleisch wird etwa 2-3 m hoch in der Sonne aufgehängt und regelmäßig gewendet. Leichtes Einsalzen fördert das Trocknen durch Wasserentzug.

Aber: mit diesem Verfahren bist du etwa 2 Wochen an einen Platz gebunden, solange dauert es halt. 

Um das Ganze zu beschleunigen, wird das Fleisch so dünn wie möglich in  ca. 0,5 cm schmale Streifen geschnitten und nahe am Feuer aufgehängt, ohne es anzurösten oder anzubraten. So klappts in etwa 5 Stunden.

Aus getrockneten Fleisch (Biltong) wird Pemmikan hergestellt (Karl-May-Leser kennen es.). Dazu wird getrocknetes und fein zerriebenes Fleisch mit Fett in gleichen Gewichtsanteilen vermischt. Pemmikan hält in unseren Breiten wochenlang; bei Frost muss man es wasserdicht verpacken. Über den Geschmack selbstgemachten Pennikans lässt sich allerdings streiten, im Globetrotterhandel gekauftes schmeckt besser.

Wenn du genügend Salz (kommt selten vor) und Zeit (hast du, außer auf der Flucht, immer) hast, mische aus Salz und Wasser eine dicke Paste, mit der du das Fleisch von allen Seiten einreibst. Die ganze Mischung wird in einem Plastikbeutel gepackt und dieser auf einer harten Unterlage mit Steinen beschwert. Je nach Außentemperatur ist das Fleisch in etwa 48 Stunden soweit mit der Salzlake getränkt, dass es für Wochen nach dem Trocknen haltbar ist. Einsalzen empfiehlt sich auch für Gemüse, Wurzeln und Kartoffeln. Mische eine Salzlake so stark an, dass Gemüse, Wurzeln oder Kartoffeln darin schwimmen.


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