Survivalhandbuch der RK 19 Bielefeld-Mitte
21. Lagerplätze
Im Survivalfall ist es überlebenswichtig zu wissen, wo man sein Lager
aufbaut, wie man Behelfsunterkünfte aus den verfügbaren Materialien
baut und wie man Werkzeuge, Bekleidung und Ausrüstung improvisiert.
Ein Unfall, Erschöpfung oder Witterungsbedingungen wie plötzlich
auftretender Nebel oder Schneefall können dich in eine Situation bringen,
in der du gezwungen wirst, schnellstens für eine Behelfsunterkunft zu
sorgen und ein Lager einzurichten. Die örtlichen Bedingungen
und Materialien bestimmen den Typ der zu bauenden Behelfsunterkunft. Versuche
auf jeden Fall schon während des Tages den besten verfügbaren Platz
für eine natürliche Behelfsunterkunft zu finden, der dich vor Wind,
Regen und Kälte schützt; nachts hast du dazu keine Gelegenheit!
Ein abgestürztes Luftfahrzeug oder ein Autowrack können dich ebenfalls
mit Unterkunft und Material versorgen, aber warte damit , bis sie völlig
ausgebrannt sind.
Die schlechten Lagerplätze musst du dir merken!
- Herausragende freie Hügelkuppen.
- Bewege dich talwärts und suche nach Behelfsunterkunft auf der Lee-Seite.
- Tiefe Täler und Senken. Sie werden zuerst mit Nebel und mit Kaltluft
gefüllt.
- Hangeinwärts geneigte Terrassen an Hügeln. Sie sammeln Wasser:
Gut zum Trinken, aber nicht zum darin schlafen.
- Talwärts führende Wildwechsel. (Viel Spaß mit dem Keiler
in deinem Schlafsack!)
- Nahe am Wasser. In der Regel halten sich dort viele Insekten auf. Nach
heftigen Regenfällen flussaufwärts können Flüsse ohne
Vorwarnung anschwellen.
- In trocknen Flussbetten (Wadis) in der Wüste. In den Wüsten
sind schon Hunderte in Wadis ertrunken, aber Eingeborene nur sehr selten!
- Nahe bei einzeln stehenden Bäumen. Sie wirken wie Blitzableiter,
allerdings für dich im negativen Sinne.
- Neben Hornissen- und Bienennestern. Es gehört zwar ins Reich der
Fabel, dass 7 Hornissenstiche einen Menschen töten können, aber
die durch das Gift hervorgerufenen allergischen Reaktionen können tödlich
sein. Ach ja, es kommen übrigens fast alle Kameraden der schwarz-gelben
Air Force angeflogen! Da hast du nur eine Möglichkeit: Laufen, laufen.......,
möglichst durch dichtes Gestrüpp!
- Zerstörte und verlassene Scheunen, Ortschaften oder Gehöfte,
die in der ZdV 3/11 als mögliche Verstecke dienen können,
solltest du allerdings auf der Flucht meiden, da sie in der Regel zuerst
durchsucht werden, und wenn es auch nur ein Kamerad von der anderen Feldpostnummer
ist, der etwas Brauchbares sucht oder seinen Spatengang macht.
Gute Lagerplätze findest du
- An windgeschützten Stellen.
- Nahe am Wasser, aber ohne die bereits genannten Einschränkungen -
mit viel Wald in der Nähe. Denk daran, dass das Geräusch rinnenden
Wassers feindliche Geräusche übertönt, (oder die der Retter!)
- An Waldecken, wo du beobachten kannst oder gesehen werden willst.
- Im Waldesinnern. Am besten auf leichten Hügeln mit wenig Bewuchs.
Aber denke daran, dass du bei Sturm u.U. ein paar Kg Bruchholz auf den Kopf
bekommen kannst. Behalte also bei Sturm den Helm auf!