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Trackinghandbuch der RK 19 Bielefeld-Mitte

20. Karte und Kompaß

Wie bereits im Kapitel 5 erwähnt, gibt es zahlreiche Tracker, die nie in ihrem Leben eine Karte gesehen geschweige denn benutzt haben. Für sie besteht allerdings auch kein Anlaß dazu, sind sie doch seit Kindesbeinen mit ihrem „Operationsgebiet“ vertraut. Anders ist es mit dem militärischen Tracker, der in der Regel in unbekannten Gelände operieren muß und dessen gesammelte Informationen an anderer Stelle weiterverarbeitet werden.

Die Gründe dafür sind:

Die folgenden Punkte zum Thema wurden dankenswerterweise von Htm d. R. Erich Lippke aus dem Begleitmaterial zu seinem Unterricht zur Verfügung gestellt.

Der Maßstab.

Eine Karte ist eine verkleinerte, ebene und durch Kartenzeichen erläuterte Abbildung eines Teiles der Erdoberfläche. Die Berechnungsgrundlage für diese Verkleinerung ist der Maßstab.

In der Bundeswehr am häufigsten verwendete Kartenmaßstäbe
Bezeichnung der Karte
Maßstab
cm auf der Karte
Km in der Natur
Deutsche Karte
1: 25.000
4
1 Km
Nato-Karte
1: 50.000
2
1 Km
Nato Karte
1:100.000
1
1 Km

Rechenbeispiel an Hand der Natokarte 1:50.000
cm auf der Karte
cm in der Natur
m in der Natur
Km in der Natur
1
50.000
500
0,5
0,1
5.000
50
0,05
10
500.000
5.000
5
2
100.000
1.000
1
0,2
10.000
100
0,1
20
1.000.000
10.000
10
5
250.000
2.500
2,5
0,5
25.000
250
0,25

 

Das UTM-Gitter (Universale transversale Merkatorprojektion).

Die gesamte Erdoberfläche ist von der Landvermessung in Längen- und Breitengrade eingeteilt. Jeweils 6 Längengrade werden zu einer Zone und 8 Breitengrade zu einem Breitenband zusammengefaßt. Die Bundesrepublik liegt in der Zone 32 und dem Breitenband U.

Die Fläche zwischen Zone und Breitenband wird nun 100 Km-Quadrate aufgeteilt; diese Quadrate (100x100 Km) werden jeweils mit 2 Buchstaben bezeichnet (z. B. MC). In diese durch 2 Buchstaben bezeichneten Quadrate wird das UTM-Gitter eingefügt:

  1. von links nach rechts
  2. von unten nach oben
  3. werden in Abständen von 1 K m Linien gezogen, die von 01-00 nummeriert werden; dadurch ergeben sich 1 Km-Quadrate.

Bestimmung der Koordinaten für einen Punkt auf 100 m genau.

  1. Nächstgelegene senkrechte Gitterlinie links neben dem Punkt ermitteln und die entsprechend 2-stellige Zahl am oberen oder unteren Kartenrand ermitteln.
  2. Die Zehntel zwischen dieser Senkrechten und dem Punkt messen oder schätzen und den Wert der 2-stelligen Zahl für die senkrechte Gitterlinie hinzufügen.
  3. Die nächstgelegene waagerechte Gitterlinie ermitteln und die 2-stellige Zahl am rechten oder linken Kartenrand ablesen.
  4. Die Zehntel zwischen dieser Waagerechten und dem Punkt messen oder schätzen und den Wert der 2-stelligen Zahl für die waagerechte Gitterlinie hinzufügen.

Das Ergebnis ist eine 6-stellige Zahl: die ersten 3 Ziffern stehen für die senkrechte, die letzten 3 Ziffern für die waagerechte Gitterlinie.

Zum Schluß werden noch die beiden Großbuchstaben, die das 100-Km-Quadrat bezeichnen, vorangestellt, z. B. ND 361 958.

Die Ableseprozedur kann man sich mit dem Merksatz: Ran an den Baum, rauf auf den Baum einprägen:

Weitere Merkmale der Karte.

Einnorden der Karte ohne Kompaß.

1. Parallelrichten:

Eine markante Geländelinie

suchen und die Karte so drehen, daß das Kartenzeichen mit der markanten Geländelinie übereinstimmt. Der obere Kartenrand zeigt dann nach Norden.

2. Einnorden nach Geländepunkten:

Gleiches Verfahren wie oben, nur anstatt markanter Geländelinien markante Geländepunkte

suchen und die Karte so drehen, daß das Kartenzeichen mit der markanten Geländepunkten übereinstimmt. Der obere Kartenrand zeigt dann nach Norden.

Bestimmen des eigenen Standortes mit der Karte.

Groborientierung während des Marsches.

Der Marschkompaß.

Merkmale:

Die Spitze der mit Leuchtfarbe markierten Magnetnadel zeigt nach Norden, wenn der Kompaß waagerecht gehalten wird.

Die Magnetnadel wird durch Eisen-Metalle und Magnetfelder wie

Die Magnetnadel ist in der drehbaren Teilscheibe schwimmend gelagert. Auf der Teilscheibe sind die Himmelsrichtungen und 64 Kompaßzahlen markiert.

Dabei entspricht:

An der Ablesemarke wird die Himmelsrichtung bzw. die entsprechende Kompaßzahl eingestellt und abgelesen.

Mit der Anlegekante wird auf der Karte eine Linie vom Ausgangspunkt zum Ziel gezogen.

Der Richtungspfeil muß dabei immer auf den Zielpunkt zeigen.

Das Ost-West-Band dient dem Ermitteln einer Kompaßzahl ohne Einnorden der Karte.

Über Kimme und Korn werden im Gelände Richtungspunkte anvisiert.

Mit dem Spiegel wird dabei die korrekte Stellung der Magnetnadel überprüft.

Karte einnorden mit Kompaß.

  1. „N“ der Teilscheibe mit der Ablesemarke in Übereinstimmung bringen
  2. Karte waagerecht ausrichten.
  3. Anlegekante der Kompaß an eine senkrechte Gitterlinie anlegen, Richtungspfeil zum oberen Kartenrand.
  4. Karte solange drehen, bis Spitze der Magnetnadel mit „N“ der Teilscheibe übereinstimmt.

Ermitteln einer Kompaßzahl zwischen zwei Punkten einer Karte.

Übertragen der Kompaßzahl ins Gelände.

  1. (Wenn noch nicht geschehen) Kompaßzahl an der Ablesemarke einstellen.
  2. Kompaß waagerecht vor den Körper halten.
  3. Körper mit Kompaß so drehen, bis Magnetnadel mit „N“ der Teilscheibe übereinstimmt, dabei Teilscheibe über den Spiegel beobachten.
  4. Über Kimme und Korn einen auffälligen Richtungspunkt anvisieren.

Marsch nach Kompaßzahl.

Von Richtungspunkt zu Richtungspunkt marschieren, bis Zielpunkt erreicht.

Bei eingeschränkter Sicht (Dunkelheit, Nebel, dichter Wald).

Entweder: Während des Marsches Kompaß waagerecht vor den Körper halten, Magnetnadel muß nach „N“
zeigen.

Oder : Eine Kameraden vorausschicken und mit Lichtzeichen so einweisen, daß dieser einen Richtungspunkt setzt.

Ermitteln einer Kompaßzahl im Gelände.

  1. Über Kimme und Korn einen Richtungspunkt anvisieren.
  2. Teilscheibe solange drehen, bis „N“ mit der Spitze der Magnetnadel übereinstimmt, dabei Teilscheibe über den Spiegel beobachten.
  3. Kompaßzahl an Ablesemarke ablesen.

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